• Back in Berlin

    Hallo,
    nachdem so ziemlich Alles in meinem Leben durcheinandergewirbelt wurde, ich zudem beinahe im Pazifik erfroren wäre, meine Kamera gesunken ist und ich nur knapp rechtzeitig Vancouver erreicht habe bin ich nun nach dieser nicht ganz so glücklichen Reise wieder in Berlin angekommen.

    Es kann und wird also nur noch besser werden.
    Hier wird es mit der neuen Kamera demnächst wieder schöne Bilder und Berichte meiner Radreisen geben.
    Bis bald!
    Jens

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    Hello,
    after my whole life was turned upside down, I nearly froze to death in the Pacific Ocean, my camera drowned and I barely reached Vancouver on time I finally got back to Berlin after this not so lucky journey.

    Now everyhing is getting better.
    New good pictures and reports of my cycling travels will appear here soon.
    Goodbye
    Jens

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    My 4000 and anything circle this summer through Canada and the United States. Click on the map to enlarge it!
    [Für die volle Größe auf die Karte klicken!]

  • United States

    Hallo,

    laenger ist es her dass ich hier geschrieben habe. Aus persoehnlichen Gruenden beende ich meine Reise vorzeitig, Julia faehrt wie geplant weiter und ist gerade auf dem Weg zum Yellowstone Park. Ich habe mir das ehrgeizige Ziel gesetzt in den verbleibenden Tagen, ich fliege am 24.07. zurueck, durch reine Pedalkraft Vancouver zu erreichen. Vor 550 Km haben sich also Julias und meine Routen getrennt, von Montana ging es durch wunderschoene alte Zedernwaelder nach Idaho, ebenfalls unheimlich reizvoll und schliesslich nach Washington, bis jetzt gepraegt von Kornfeldern und mittaeglicher Hitze bis 50 Grad.
    Meinen Geburtstag verbinge ich bei einer sehr netten, fahrradbegeisterten Familie, der Gastgeber feiert heute zufaellig auch den Seinen und so feiern wir zu zweit. Heute also nur 50 Km, Entspannung, endlich eine Dusche, heute Abend Indiana Jones auf grosser Leinwand im Garten mit Grill und Bier und Torte und morgen frueh geht es um fuenf los zur letzten Etappe dieser Reise. Ich habe noch genau fuenf Tage Zeit fuer etwa 650 Km, inklusive einiger gewaltiger Berge. Also jeden Morgen vor Sonnenaufgang aufs Rad, solange fahren bis 38 Grad im Schatten erreicht sind, dann warten, essen, lesen, und Abends den zweiten Teil fahren, jeden Tag ab jetzt mindestens 120Km...
    Es wird auf jeden Fall spannend, mein Gastgeber ist die Strecke schon gefahren, sagt sie ist wunderschoen, viele Berge, wilde Waelder, enge kurvige Strassen, und am Ende wieder entlang des Pazifik! Ich hoffe das zu schaffen, ansonsten muss ich eben mein Rad aufladen, es soll zumindest wieder kuehler werden. In Vancouver erwartet mich dann eine russische Familie, Freunde von unterwegs Getroffenen.

    Noch einige Worte zur Ausruestung:

    Kocher: Diesmal ist der MSR Whisperlight dabei, fuer einen Benzinkocher ist er wirklich erstaunlich leise. Zweimal setzte sich jedoch das Rueckschlagventil der Pumpe fest, es liess sich kein Druck mehr aufbauen - es dauerte ein wenig herauszufinden wie man sie wieder in Gang bekommt

    Zelt: Salewa Denali II. Dieses Mal habe ich mich fuer etwas mehr Platz und ein wenig mehr Gewicht entschieden. Es erscheint mir sehr robust zu sein, absolut Regenfest, ist einfach und schnell aufzubauen, und wichtig: steht auch ohne Heringe, auch das Innenzelt laesst sich seperat aufbauen.

    Toepfe: Teflonbeschichtetes Topfset von Esbit. Keinesfalls zu empfehlen. Ich wollte mir den Abwasch erleichtern, doch schon am zweiten Tag faengt die Beschichtung an sich abzuloesen. Wird nach der Tour zurueckgegeben!

    Kette: Wippermann Connex 908, hat auf der letzten Reise tapfer durchgehalten, ist bei dieser allerdings einmal gerissen, Montagskette?

    Kleines Kettenblatt von Mountain Goat: 20 Zaehne! Genial! Funktioniert einwandfrei und bietet selbst bei extremen Steigungen noch Spielraum "nach unten".

    Lenkertasche: Ortlieb Ultimate 3. Das Material erscheint mir deutlich besser und haltbarer als jenes von MSX. Ortlieb baut sogar wasserdichte Kartentaschen, auch hier bleibt das Material flexibel und wird auch bei Kaelte nicht bruechig. Befestigung haelt auch problemlos, die Montage ist etwas fummelig.

    Schlafsack: Ajungilak Tyin 3 Seasons. Ja, er hat wirklich ein grosses Packmass (11l), allerdings auch bei Frost schoen warm, bei extremen Temperaturen muss er erst noch getestet werden. Scheint robust zu sein und ist sogar bei 60 Grad waschbar!

    Beleuchtung: Die parallel geschalteten Scheinwerfer sind klasse, der Nabendynamo liefert genuegend Energie alle drei Lampen zu versorgen. So lassen sich sogar Pisten gut ausleuchten.

    Lenker: Problem geloest! Mit dem neuen Freeridelenker, Ergongriffen, Handschuhen von Gore und ovalen Hoernchen schlafen meine Haende nur noch bei grosser Kaelte ein.

    Sattel: Auch mit dem schmalen Brooks B 17 kann ich mich nicht so recht anfreunden, vielleicht bin ich etwas zu empfindlich, ich werde mal bei SQ-Lab nach Alternativen suchen.

    Rueckspiegel: Von Busch und Mueller, mit kurzem Aermchen. Absolut empfehlenswert! Moechte ich nicht mehr missen. Ganz entspannt in der Mitte der Fahrbahn fahren, kurzer Blick in den Spiegel - der Ruecken ist frei!

    Packtaschen: Immernoch die Alten, nachdem mir Ortlieb kulanterweise eine Scheuerstelle und eine gebrochene Niete repariert hat. Halten seit Jahren und tausenden Kilometern sicher auf den Traegern und immernoch absolut wasserdicht!

    Was ansonsten noch auffaellt:

    Warum fragt mich hier jede Verkaeuferin wie es mir geht, wenn es ihr eigentlich egal ist? Warum fahren hier Wohnmobile herum, so gross wie Omnibusse, die im Schlepptau ein weiteres Auto dabei haben? Warum faehrt jeder zweite Mensch hier einen Pickup, wenn die Strassen doch asphaltiert sind?

    Viele Gruesse, naechstes Mal aus Vancouver

    Jens

  • Columbia Wet Lands

    Hallo,

    die grossen Nationalparks Jasper und Banff haben wir hinter uns gelassen, fuhren durch den kleinen Yoho Nationalpark ueber den Kicking Horse Pass und querten nocheinmal die grosse kontinentale Wasserscheide, die Fluesse entweder in Richtung Atlantik oder Pazifik schickt.
    Riesige Eisfelder und Gletscher rechts und links der Strasse, zwei Paesse mit ueber 2000m ueber Null und unzaehlige Camper hinterlassen Eindruck. Gestern und heute erfreuten wir uns an den Columbia Wet Lands, Seen, Moore und Suempfe, einer Vielzahl an Seeadlern und unzaehliger weiterer Vogelarten die ich leider gar nicht alle kenne aber die sicherlich selten sind, viel Rueckenwind und einer heissen Quelle, den Radium Hot Springs. Ein ueberaus nettes Ehepaar hat uns heute zum Abendessen und zum hier Uebernachten eingeladen, daher ganz unerwartet Internet, das ansonsten sehr rar und in Internetcafes teuer ist.

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    Der Bow Pass - Grenze zwischen Jasper und Banff Nationalpark

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    Oben die Eisfelder - weiter unten der Camperhighway, dazwischen Wald und Fluss

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    Der erste 2000er auf dieser Tour

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    Nach wie vor unheimlich schoene wilde Schlafplaetze, selbst in den Nationalparks einfach zu finden

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    Canyon kurz vor den heissen Quellen

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    Schoenste Abendsonne, nass sind wir allerdings auch oefter geworden

    Bis bald - aus den Vereinigten Staaten
    Jens

  • Jasper National Park, Alberta

    Hallo,

    nach knapp 1800Km haben wir British Columbia verlassen und befinden uns nun im Bundesstaat Alberta. Die letzten Tage folgten wir dem Yellowhead Highway, der uns ueber den unspektakulaeren Yellowhead Pass in die kleine von Touristen ueberlaufene Stadt Jasper fuehrte, das noerdliche Ende der beruehmten Gletscherstrasse "Icefields Parkway".
    Berge, schneebedeckte Gipfle, viele Seen, Fluesse und ein Meer unendlichen Waldes. Klingt sehr romantisch, sieht in der Realitaet leider anders aus. Tagelang fuhren wir durch gleichfoermige, tote, langweilige Aneinanderreihungen von Baeumen. Baueme in immer der selben Groesse, dicht an dicht, so oekonomisch wie moeglich, gleich jung, gleich hoch, gleich krank, sortenrein, artenarm. Monokulturen soweit das Auge blicken kann, Tree Farms, riesige Baumplantagen, in verschiedenen Stadien. Mal frisch geschlagen, gerade eben erst neu gepflanzt, etwas groesser, meist jedoch an die 10 - 15 m hoch. Durch und durch krank, von Borkenkaefern zerfressen, denen die natuerlichen Feinde in dieser Umgebung fehlen, denen der Klimawandel gut tut.
    Nur selten zeugen majestaetisch wirkende, alte, knorrige, dicke breite Baumriesen von der einstigen Schoenheit dieser Landschaft. In Schutzgebieten gebannt findet sich manchmal noch urspruenglicher Bewuchs, konserviert fuer Touristenstroeme, denn was waere Kanada ohne Baeren?
    Gerade verschafft die Wirtschaftskrise den letzten Kanadischen Urwaeldern eine Atempause, doch irgendwann bekommt die Welt wieder Hunger und die Saegen fressen sich tiefer, denn laengst nicht der gesamte Teil des verbliebenen Urwaldes steht unter Schutz.

    Nun noch einige Fotos von unterwegs:

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    Die Eisenbahn folgt uns entlang des North Thompson Rivers

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    Schoene Schlafplaetze zu finden ist entgegen unseren Erwartungen sehr einfach hier.

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    Typischer Blick auf Strasse und Berge, stellt Euch das Ganze bloss noch voller Campingmobile vor

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    Bisher konnten wir immer an Fluessen oder Seen zelten, wurden auch manchmal eingeladen und mussten bisher noch keine Campingplaetze zum Waschen oder Duschen aufsuchen

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    Mount Robson, kurz vor der Grenze zu Alberta

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    On the road

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    Bisher zurueckgelegter Weg von Bella Coola bis Jasper

    Viele Gruesse
    Jens

  • 100 Mile House, British Columbia

    Hello again,
    after several unpaved logging roads we arrived now in 100 Mile House. A Ferryboat took us from the northern end of Vancouver Island on a 24h trip up to Bella Coola. We crossed the Heckman Pass and left the rainforest behind. Now it is much dryer and less cloudier. For hundreds of kilometres we cycled through dead forests. Because of climate change bugs survive now the more mild winters and their population is growing and growing. They do not have many natural enemys and so they spread over whole British Columbia and kill mountains of pine wood by eating their shell. The flow of water is stopped by that and the tree dies. Mountains are coloured brown and grey and get very dry, the risk of wild fires rises.
    Now we continue to the Yellowhead Pass and our next bigger stop will be Jasper National Park, where we cycle south on the Icefields Park Way. Unfortunately my memory card of the camera is also destroyed by the salty water . So pictures follow now from Julias camera, also she wrote a german text.
    Regards
    Jens

    Wale
    Wir sahen sie doch tatsaechlich. Es kam die Durchsage, dass ein Gruppe Wale zu sehen sei. Zack Jacke gepackt und rausgegangen Wo sind sie? Der Wasserstaub verriet ihren Standort. Super beeindruckend. Die Hinterflossen platschten in die etwas raue see. Ein Kopf, dann die Flanke – es sind Orkas.

    Der Hackman-Pass
    Direkt von der Faehre nach Bella Coola starteten wir zum Hackman-Pass. Doch wann kommt er, fragten wir uns nach 60 flachen Kilometern. Ein Warnschild fuer LKWs sowie eine Schranke leiteten ihn ein. Nun ging es auf unbefestigter Strasse von Meereshoehe bis auf 1524m ueber Null. Die Sonne kam raus und wir begannen zu klettern. Leider kamen ebenso die Muecken und verfolgent uns bei unseren gerade mal 5km/h. Der Blick wurde immer beeindruckender, Berge mit Schnee.
    Fazit: Wann kommt endlich der naechste Pass, mit dem Rad zu klettern bereitet viel Freude.
    Canyon
    Geile Abfahrt zum Canyon des Chilko River. Auf unasphaltierter Strasse ging es etwa 700Meter bergab zum tuerkisen Fluss. Die Landschaft ist zum einem durch die Einschnitte des Flusses gepraegt, zum anderem von Lavagestein. Da es recht trocken ist, erschien sie in vielen gelblichen, hellbraunen, roetlichen Toenen. Sehr schoen. Auf der anderen Flussseite fuehrte die Schotterstrasse natuerlich auch wieder die Berghaenge hoch.
    Alle schoenen Dinge sind nicht drei sondern zwei! Tagsdrauf durchquerten wir den Canyon des Fraser Rivers. Der Fluss ist wesentlich breiter. Druch mitgefuehrten Sand und anderes Gestein erscheind dieser braun. Hier ging es noch tiefer hinab, naemlich von 1200 Meter auf unter 400 Meter und wieder herauf. Dort bauten wir mit einem unglaublichen Blick ueber das Tal des Canyons mit all seinen wuesternartigen Huegeln unsere Zelte auf. Kaktehen wachsen hier auch.
    Die Irrfahrt
    Wir fahren gerne auf kleinen Strassen, doch wir haetten uns um eine bessere Karte bemuehen sollen. So sind wir fast 200km ueber Schotter – Forststrasse im menschenleeren niergendwo gefahren. Wir nahmen eine falsche Abzweigung und landeten schliesslich in einer Sackgasse. Toll, was fuer die Nerven. Abe regal, umdrehen und eben die ca. 50km zurueck. Nach einem kleinen Tal folgte der von Borckenkaefern zerstoerte Nutzwald. Durch die Abholzung der bereits betroffenen Baueme und die anschlissende Wiederbepflanzung wird versucht der Epedemie entgegenzuwirken. Bisher vergebens.
    Da der Schotter fuer das Hinterteil auf Dauer nicht so gut ist, nehmen wir jetzt wieder andere Strassen.

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